The Danish Peace Academy

Greenham Common Women's Peace Camp Songbook

65 Bye Bye Blackbird

Here I stand paint in hand
Speaking low, here I go
Bye bye blackbird
Just a dab of paint or two
Grounds you for a week or two
Bye bye blackbird.

No one in the base could undermine you
Till we did some countersigning on you
Now you're just a silly joke
Invented by some macho bloke
Blackbird bye bye.

From painting the US Blackbird spy plane, Greenham July 24, 1983.

[No information about author.]

[Picture source: http://www.wfloe.fsnet.co.uk/ ]

[Music: Count Basie.
Original text:
http://www.alwaysontherun.net/martha.htm ]

FRIEDENS CAMP
Meissner - Blau, Freda: Der Vogel, der aus der kälte kam. Friedensinfo, No 7A, Herbst 1983 p. 16.

Ein amerikanisches Aufklärungsflugzeug vom Typ RC-135 spielte eine bisher ungeklärte Rolle beim Abschuß des südkoreanischen Jumbo - Jets durch die UdSSR. Es hat dieser Tragödie bedurft" um die Welt­öffentlichkeit wieder einmal für die Zeitspanne einer Zeitungsmeldung auf eine kaum wahrgenommene, aber dennoch dauernd vorhandene Gefahr aufmerksam zu machen: die Spionageflüge der Atommächte auf gegnerischem Gebiet.

Es wird allerdings- auch alles unternommen, um sie zu verschweigen. Ein fast komödienhafter Versuch des Vertuschens spielte sich im August in Greenham Common ab. Greenharn, seit fast 2 Jahren Synonym für den Widerstand von Frauen gegen Militarisierung und Aufrüstung, ist der Flugstützpunkt der Royal und vor allem der US­ Air Force, auf welchem im kommender Dezem­ber 96 Cruise Missiles stationiert werden sollen. Angesichts der sechs gigantischen Betonsilos, die in riesigen Erd kratern eingelassen wurden, um die Marschflugkörper zu "beherbergen", umzäunt von Stacheldrahtverhauen, Flutlichtern, elektronischen Überwachungsanlagen und ständig patrouillierenden, schwer bewaffneten Soldaten mit Hunden - dort, wo vor nicht allzulanger Zeit noch friedliche Heidelandschaft war - dämmerte mir das Ausmaß der Gewalt, das Mensch und Natur hier angetan wird. Die Frauen, die seit Dezember 1981 die Eingänge des Stützpunktes belagern, sind zu einem nationalen und internationalen Symbol des gewaltlosen Widerstands gegen scheußliche Gewalt geworden. Immer wieder ist es ihnen durch ihre Aktionen gelungen, die Fragwürdigkeit der Verteidigungs- und Sicherheitspolitik der Regierung Thatcher aufzuzeigen. So dringen sie fast täglich trotz Verbarrikadierung und Be­wachung durch den sich auf 15 km erstreckenden Drahtverhau in das Stützpunktgelände ein. Damit wollen sie beweisen, daß es, keine wirkungsvolle Abschirmung der von der Mehrheit per­Briten abgelehnten Cruise gibt.

Blackbird

Auch in der Nacht nach der großen Airshow, Air Tattoo genannt, schlüpften sieben Frauen durch den von ihnen geschickt geöffenten Zaun. ins Sperrgebiet. Sie drangen zu den Flugzeugen vor und bemalten zwei mit Sloggans, Blumen und Friedenszeichen. Erst nach einigen Minuten wurden sie von amerikanischen Wachsoldaten entdeckt, die sofort Alarm schlugen. Die Polizei war schnell zur Stelle, die Klage seitens des Verteidigungsministeriums lautete auf "schwere böswillige Sachbeschädigung". Doch schon am nächsten Tag erfuhren die Frauen, welch seltenen Vogel sie bunt geschmückt hatten: den amerikanischen Blackbird, ein Spionageflugzeug vom Typ Lockheed SR - 71. Dessen wiederholte Missionen in der Arktis waren schon von Larry Clark, einem ehemaligen kanadischen Offizier, in seinem Buch Doomsday minus foul' (Jüngstes Gericht minus vier) beschrieben worden. Der Blackbird wird laut Jarry Clark im russischen Teil der Arktis eingesetzt, um die oft wechselnden sowjetischen Radarfrequenzen zu erkunden. Clark beschreibt, wie die Sowjets, sobald sie den Blackbird orten, Jagdbomber aussenden, um ihn zu vertreiben. Der Autor befürchtet,daß derartige Direktkonfrontationen eines Tages zum Ausbruch des Dritten - und letzten - Weltkrieges führen werden.

Das Besondere am Blackbird: er ist ein sogenannten Stealthplane, der mittels eines Spezialbelags vor Radarortung geschützt ist. Und eben diesen heiklen Spezialbelag haben die Frauen mit ihren fröhlichen Farbtupfern zerstört. In ihren Schlagzeilgen bezifferten die englischen Zeitungen den Schaden auf ein Viertel million, Pfund (über 7 Millionen Schilling).

Besuchern geräumt, anwesende Greenharn­Frauen hinausgeschleppt. Als die Verhandlung unter Ausschluß der Öffentlichkeit wiederaufgenommen wurde, ver­suchte dieselbe Frau, ein Mitglied der katholi­schen Pax - Christi- Bewegung, nochmals, ihre Motive für die Tat zu erklären. Daraufhin wurde sie zu 14 Tagen Gefanltnis wegen Mißachtung des Gerichts verurteilt. Die Klage seitens des britischen Verteidigungsministeriums blieb zurückgezogen. Alles war Ihnen lieber, als die gefährliche Verletzbarkeit der Airbase und vor allem Einzelheiten über die Luftspionage und die.

Und das Gericht

Am 18. August kam es zur Verhandlung gegen die sieben angeklagten Frauen im Schöffengericht in Newbury, bei welcher ich zugegen war. In der Nacht vor der Verhandlung hatten Polizisten den Frauen mündlich mitgeteilt, daß sich ihr Erscheinen vor Gericht erübrige. Was sie natürlich bestärkte, pünktlich zu erscheinen. Die Verhandlung war eine Farce. Als eine der Frauen ums Wort bat und angesichts der anwesenden Journalisten ihre Gründe für die Malaktion erklären wollte, wurde ihr dies vom immel nervöser werdenden Vorsitzenden verboten, mil dem Hinweis, daß alles, was sie zu sagen habe, sich auf die Angabe ihrer Spesen für das Kommen zur Verhandlung zu beschränken haben. Dann erklärte der Anwalt des Verteidigungsministeriums, daß sein Klient die Klage zurückziehe, weil der verursachte Schaden minimal sei.

Isabella Forshaw, die Anwältin zweier Frauen, wies auf den geschätzten Schaden von 250.000 Pfund Sterling hin, und die Frauen riefen "no Cover-up!" (Vertuschung). Der Verhandlungssaal wurde daraufhin durch die Polizei von technische Ausstattung der Spionageflugzeuge in die Öffentlichkeit dringen zu lassen.

Der weltweite Schock und die Em pörung über den Abschuß einer koreanischen Verkehrsma­schine durch einen sowjewtischen Jagdflieger,der 269 Menschenleben gefordert hat, läßt zunächst kaum Fragen über die Begleitumstände aufkommen, die dringend geklärt werden müßten. Zum Beispiel: Warum flog die Verkehrsmaschine stundenlang 700 km tief über sowjetischem Gebiet, warum hatte sie sie Positionslichter abgedreht, warum waren knapp vorher äußerlich ähnliche US - Aufklärer ganz in der Nähe des koreanischen Flugzeugs gewesen?

Wie immer die Antworten ausfallen werden, die unschuldigen Opfer werden nicht mehr lebendig, das politische Weltklima ist noch mehr vergiftet als vorher, und wir alle spüren noch deutlicher den Terror, dem wir ausgesetzt sind:

Jede Minute können einige wenige an den Druck­knöpfen nicht nur Hunderte, sondern hunderte, Millionen Menschen­leben auslöschen.

Next song.

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